BSI-Verordnung · seit 1. Mai 2025 verschärft

Biometrisches Passbild mit KI?
Fürs Amt: nein.
Fürs Bewerbungsfoto: ja.

Seit dem 1. Mai 2025 dürfen biometrische Passbilder für deutsche Reisepässe und Personalausweise nur noch direkt im Bürgeramt oder in einem zertifizierten Fotostudio entstehen, weil das Bundesinnenministerium und das BSI das Morphing-Risiko bei KI-Bildern strukturell ausschließen wollen. Für Bewerbungsfotos, Lebenslauf, LinkedIn-Profil oder Mitarbeiterverzeichnisse bleibt KI dagegen vollständig erlaubt — und sie darf dort sogar im biometriekonformen Look gerendert sein.

Stand: Mai 2026
BMI-Verordnung PaßV §2
ICAO 9303 + DIN 19794-5
Biometrisches Passbild Demonstration mit ICAO-konformem Porträt

↑ Beispiel-Aufnahme nach ICAO 9303 · biometrischer Look · nicht für hoheitliche Dokumente

!

Die wichtige Trennung in einem Satz

Hoheitliches Ausweisdokument bedeutet immer Studio oder Bürgeramt, weil dort die Aufnahmekette protokolliert ist. Alles andere — Bewerbung, Profilbild, Mitarbeiterfoto, Speaker-Auftritt — darf KI sein, und es darf sogar im selben biometrischen Look wirken.

Stop-Light · Was geht, was nicht

Verwendung im Vergleich.

Die Grenze ist nicht das Bild, sondern der Verwendungszweck. Sobald das Foto auf einem hoheitlichen Dokument landet, greift die Bürgeramts-Regel — sonst nicht.

Verboten

Reisepass & Personalausweis

  • Reisepass nach §6 PaßG
  • Personalausweis nach §5 PAuswG
  • Aufenthaltstitel (eAT)
  • Kinderausweis und vorläufige Dokumente
  • Führerschein (seit §11 FeV-Anpassung)

→ Pflicht: Bürgeramt-Foto oder zertifiziertes Studio mit Cloud-Übermittlung

Erlaubt

Alles andere

  • Bewerbungsfoto im Lebenslauf
  • LinkedIn-, Xing- und Indeed-Profilbild
  • Mitarbeiterfoto im Firmen-Intranet
  • Speaker- und Press-Kit-Portrait
  • Bewerbung bei Behörde (Personalakte, nicht Ausweis)
  • Mitgliederverzeichnis Kammer oder Verein

→ KI-Generierung im biometrischen Look ist hier zulässig

Entscheidungsmatrix

Wo darfst du KI nutzen, wo nicht?

Sieben typische Anwendungsfälle und ihre klare Einordnung — damit du in zehn Sekunden weißt, was du brauchst.

Anwendung
KI erlaubt?
Quelle der Regel
Reisepass
NEIN
PaßV §2 Abs. 4, Bundesinnenministerium 2024
Personalausweis
NEIN
PAuswV §10, BSI TR-03121
Führerschein
NEIN
FeV Anlage 8 Punkt 8
Aufenthaltstitel (eAT)
NEIN
AufenthV §62 i. V. m. PaßV
Bewerbungsfoto Lebenslauf
JA
Keine Regulierung — Arbeitgeber-Auswahl
LinkedIn / Xing-Profilbild
JA
Plattform-AGB erlauben KI ausdrücklich
Mitarbeiterfoto Firmenseite
JA
DSGVO Art. 6 mit Einwilligung — unabhängig von KI-Status
ICAO 9303 · die Standard-Anforderungen

Was der biometrische Standard verlangt.

Die ICAO 9303 ist die internationale Norm, an die sich das deutsche Bürgeramt zusätzlich über DIN ISO/IEC 19794-5 anlehnt. Selbst wenn du KI für ein Bewerbungsfoto nutzt, lohnt es sich, diese Vorgaben einzuhalten — weil das Bild dann auch in konservativen Branchen wie öffentlicher Dienst oder Versicherung sofort durchgewunken wird.

5.2.1Frontal ausgerichtet — Kopf nicht gedreht, beide Ohren sichtbarHäufige Verletzung: schräges Modefoto im Halbprofil, das in der Software durchfällt.
5.2.3Neutrale Mimik, geschlossener Mund, keine ZähneHäufige Verletzung: höfliches Lächeln aus dem Studio, weil dort der Kunde wohlwollend reagieren soll.
5.3.1Gleichmäßige Ausleuchtung, keine Schatten auf Gesicht oder HintergrundHäufige Verletzung: einseitiger Rembrandt-Schatten unter dem Auge bei Studio-Standard-Lichtsetup.
5.4Einfarbiger heller Hintergrund (Hellgrau bis Weiß, kein Muster)Häufige Verletzung: dezenter Verlauf in der Studio-Backdrop, der für ein normales Foto schön ist und in der Maschine als Muster gelesen wird.
5.5Kopfhöhe etwa 70 bis 80 Prozent der BildhöheHäufige Verletzung: zu enger Crop für Social-Look, der dem Bürgeramts-Algorithmus zu wenig Hintergrund liefert.
5.6Augen geöffnet, Pupillen klar erkennbar, keine reflektierenden BrillenHäufige Verletzung: dezente Reflexion in der Brille, die auch im Studio leicht passiert.
5.7Keine Filter, keine Retusche der Gesichtsproportionen, kein MorphingGenau dieser Punkt ist der Grund für das Verbot — Morphing zwischen zwei Gesichtern erzeugt biometrisch valide Mehrdeutigkeit.
Gut vs. schlecht · vier Beispiele

Konformes Bild und typische Fehler.

Die häufigsten Ablehnungs-Gründe im Bürgeramt sind nicht Schärfe oder Auflösung, sondern Pose, Mimik und Schatten. Die Beispiele zeigen, woran das System scheitert.

Konform
Abgelehnt: Lächeln

Im Bewerbungsfoto darf das Lächeln zurückkommen, weil dort die Maschinen-Prüfung wegfällt und die menschliche Sympathie zählt — und genau dort wirkt ein KI-Porträt im biometrischen Look mit dezentem Schmunzeln oft stärker als das harte Bürgeramtsbild.

Timeline · So kam es zum Verbot

Warum 2024 und 2025 alles strenger wurde.

Die Verschärfung hat keine politische, sondern eine technische Ursache: ein einzelnes Forschungsergebnis hat die Beweislast gegen reine Datei-Einreichung gekippt.

2014 · Universität Magdeburg

Erste Morphing-Demonstration

Ein Forschungsteam zeigt, dass eine rechnerische Verschmelzung zweier Gesichter ein Bild erzeugt, das in den biometrischen Algorithmen der EU-Pässe an beiden Personen passt — ein Komplize konnte mit dem Pass des anderen durch den Schalter gehen.

2020 · BSI-Studie

BSI bestätigt Schwere des Risikos

Eine Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik bestätigt, dass selbst Standard-Software-Pakete zur Bildbearbeitung Morphing in einer Qualität erzeugen, die den biometrischen Vergleich schlägt.

2024 · Bundesgesetzgeber

Anpassung der Paß- und Personalausweisverordnung

Das Bundesinnenministerium passt die PaßV und die PAuswV an: Ab dem 1. Mai 2025 dürfen biometrische Lichtbilder nur noch im Bürgeramt selbst oder bei zertifizierten Fotostudios via verschlüsselter Cloud-Übermittlung entstehen.

1. Mai 2025

Verbot tritt in Kraft

Die mitgebrachte Foto-Datei aus dem Internet, vom Heimdrucker oder aus einer KI-App wird im Bürgeramt nicht mehr akzeptiert. Reine Papierabzüge gelten als Übergangslösung weiter, müssen aber aus zertifizierten Studios stammen.

2026 · DIN ISO/IEC 19794-5 Anpassung

Schärfere Kontrolle in der Software

Die für Bürgeramts-Software relevante DIN-Norm wird verschärft: Maschinen prüfen jetzt zusätzlich auf KI-typische Frequenzartefakte, was indirekt jeden Versuch der mitgebrachten KI-Datei entlarvt.

Bewerbungsfoto · 90 Sek

Du brauchst kein Bürgeramt für ein gutes Bewerbungsfoto.

Profilfoto KI rendert dein Selfie im biometriekonformen Look — frontale Pose, sauberes Licht, ruhiger Hintergrund — und gleichzeitig mit dem dezenten Schmunzeln, das in der Bewerbung wirkt und im Pass verboten wäre. Erstes Foto kostenlos, der echte Reisepass läuft natürlich weiter über das Bürgeramt.

Jetzt ausprobieren

1 Foto gratis · Ab 4,99 €

SELFIE
BEWERBUNGS-READY
FAQ

Häufige Fragen.

Darf ich ein KI-generiertes Foto als biometrisches Passbild beim Amt einreichen?
Nein. Seit dem 1. Mai 2025 muss das biometrische Passbild für deutsche Reisepässe und Personalausweise von einer zertifizierten Stelle stammen — entweder direkt im Bürgeramt oder bei einem zertifizierten Fotostudio mit Cloud-Übermittlung. KI-generierte Bilder werden grundsätzlich nicht akzeptiert, weil sie keine echte biometrische Aufnahme darstellen.
Warum hat das Bundesinnenministerium das verboten?
Das Bundesinnenministerium und das BSI haben das Verbot eingeführt, um Identitätsfälschung durch Morphing zu verhindern. Ein KI-System kann Gesichter von zwei Personen rechnerisch verschmelzen, und das resultierende Foto funktioniert anschließend an beiden Pass-Inhabern biometrisch. Klassische Fotostudios oder Bürgeramts-Kameras schließen diesen Angriffsvektor strukturell aus, weil dort der Aufnahmevorgang protokolliert und überwacht ist.
Wofür darf ich ein KI-Porträt nutzen?
Für alles, was nicht das hoheitliche Ausweisdokument ist: Bewerbungsfotos im Lebenslauf, LinkedIn- und Xing-Profilbilder, Firmen-Mitarbeiterfotos, Speaker-Profile, Social-Media-Avatare und interne Personalverzeichnisse. Dort ist KI-Foto in Deutschland nicht verboten, und es darf sogar im biometriekonformen Look gerendert sein.
Was sind die ICAO-9303-Vorgaben für biometrische Passbilder?
Die ICAO-Norm 9303 verlangt ein frontales Gesicht, neutrale Mimik mit geschlossenem Mund, beide Ohren sichtbar, gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schatten, einen einfarbig hellen Hintergrund und einen Kopf, der etwa 70 bis 80 Prozent der Bildhöhe einnimmt. Das deutsche Bürgeramt prüft zusätzlich nach DIN ISO/IEC 19794-5.
Kann das KI-Bewerbungsfoto wenigstens biometriekonform aussehen?
Ja, und das ist sogar oft sinnvoll für Bewerbungen im öffentlichen Dienst oder konservativen Branchen, weil dort Personalakten die biometrische Optik bevorzugen. Wichtig ist nur, dass das Bild im Bewerbungskontext bleibt und nicht für den Reisepass eingereicht wird.