Bewerbungsfoto Berlin · geprüft am 28. August 2026

Bewerbungsfoto Berlin: Der Weg kostet mehr als das Foto

Wer in Berlin nach einem Bewerbungsfoto sucht, bekommt elf Adressen angeboten. Sie verteilen sich auf fünf der zwölf Bezirke. In den anderen sieben wohnen 2.095.583 Menschen, für die der Termin zuerst eine Fahrt quer durch die Stadt bedeutet.

Foto ohne Anfahrt erstellen

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Frau im dunkelblauen Blazer wartet mit einem Kleidersack über dem Arm auf einem
          leeren Hochbahnsteig, im Hintergrund Berliner Dächer im Morgenlicht
Der Teil des Bewerbungsfotos, über den keine Preisliste spricht.

Die erste Suchseite kennt fünf Bezirke

Ganz oben steht die Kartenbox, darunter zehn Betriebe. Acht davon sind Fotostudios, die über sich selbst schreiben, dazu kommen zwei Ketten mit ihren Berliner Filialseiten. Ein redaktioneller Treffer, der die Berliner Anbieter miteinander vergleicht, steht auf der ganzen Seite nicht. Zusammen nennen diese zehn Betriebe elf Berliner Adressen, weil Foto Flash zwei Filialen betreibt.

Sortiert man die elf Adressen nach ihrer Postleitzahl, fällt etwas auf, das keine der Seiten erwähnt. Sieben von ihnen liegen in Mitte oder in Friedrichshain-Kreuzberg. Zwei teilen sich sogar ein Haus: Michel Buchmann und Christine Fiedler arbeiten beide in der Grünberger Straße 48 in Friedrichshain, in denselben Höfen. Für dich heißt das, dass die Suche dir keine Auswahl in deiner Nähe zeigt. Sie zeigt eine Auswahl in ihrer.

Die elf Adressen, nach Bezirk sortiert

Zwölf Bezirke, sortiert nach der Zahl der Adressen auf der ersten Suchseite. Der Balken zeigt die Einwohnerzahl zum 31. Dezember 2025.

  1. Mitte

    4 Adressen

    365.741 Einwohner

    Farbtonwerk, Studio Monbijou, PicturePeople, Foto Flash Wedding

  2. Friedrichshain-Kreuzberg

    3 Adressen

    267.258 Einwohner

    Michel Buchmann, Christine Fiedler, studioline Ring-Center

  3. Tempelhof-Schöneberg

    2 Adressen

    339.042 Einwohner

    Kopf & Kragen, Fotostudio Ludwig

  4. Charlottenburg-Wilmersdorf

    1 Adresse

    323.712 Einwohner

    fotos-berlin.net

  5. Neukölln

    1 Adresse

    309.241 Einwohner

    Foto Flash Neukölln

  6. Pankow

    0 Adressen

    411.133 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  7. Lichtenberg

    0 Adressen

    305.118 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  8. Steglitz-Zehlendorf

    0 Adressen

    295.082 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  9. Treptow-Köpenick

    0 Adressen

    293.681 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  10. Marzahn-Hellersdorf

    0 Adressen

    285.222 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  11. Reinickendorf

    0 Adressen

    257.225 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

  12. Spandau

    0 Adressen

    248.122 Einwohner

    auf der ersten Seite nicht vertreten

Ein Grenzfall, offengelegt. Das Fotostudio Ludwig schreibt selbst, es sei „zurück in Berlin-Steglitz“. Als Orientierung nennt es den Walter-Schreiber-Platz. Die Postleitzahl 12161 gehört jedoch zum Ortsteil Friedenau und damit zu Tempelhof-Schöneberg. Der Platz liegt genau auf der Grenze. Auch mit der Zuordnung des Studios käme Steglitz-Zehlendorf über eine einzige Adresse nicht hinaus.

Berlin hat 3.700.577 Einwohner. In den sieben Bezirken ohne eine einzige Adresse auf der ersten Seite leben davon 2.095.583.

Das ist kein Vorwurf an die Studios. Ein Fotostudio braucht Laufkundschaft, gutes Tageslicht und eine bezahlbare Miete. Diese drei Dinge treffen sich in Berlin nun einmal innerhalb des Rings. Es ist auch kein Fehler der Suchmaschine. Sie zeigt schlicht, was es gibt. Es verschiebt nur still die Frage, die du eigentlich stellen wolltest. Du wolltest wissen, was ein Bewerbungsfoto kostet. Beantworten musst du zuerst, wie weit du dafür fährst.

Was ein Berliner Termin an Zeit kostet

Ein Termin ist keine halbe Stunde. Er besteht aus vier Etappen. Drei davon stehen in keiner Preisliste. Die Angaben stammen von den Anbietern selbst.

Etappe eins

Der Hinweg, den niemand einpreist

Wohnst du in Spandau, in Köpenick, in Marzahn oder im Märkischen Viertel, führt der Weg zu den meisten dieser Studios durch die halbe Stadt. Hin und zurück ist das ein guter Teil des Tages. Zurücklegen musst du ihn im Bewerbungsoutfit oder mit dem Kleidersack über dem Arm. Ein Nutzer auf Reddit beschreibt den Gegenentwurf trocken: „Ich bin zum Fotografen um die Ecke gegangen, hat ca. 20 Euro gekostet.“ Die Rechnung geht auf, solange es um die Ecke einen gibt.

Mann im dunklen Wollmantel sitzt mit einem Kleidersack auf den Knien am Fenster
            eines Nahverkehrszuges im Tageslicht

Etappe zwei

Das Shooting dauert länger, als du denkst

Christine Fiedler in Friedrichshain plant für ihre Sitzungen „in der Regel 1 bis 1,5 Stunden“ ein. Michel Buchmann, zwei Türen weiter, macht im kleinen Paket etwa 40 Aufnahmen und im großen etwa 80. Das ist keine Langsamkeit. Es ist der eigentliche Gegenwert eines Termins. Jemand korrigiert deine Schultern, sieht den verrutschten Kragen und merkt, wann dein Blick angespannt wirkt. Diese Rückmeldung bekommst du sonst nirgends.

Blick von der Seite in ein Fotostudio, links im Bild eine Softbox auf einem Stativ,
            dahinter unscharf eine Frau im schwarzen Blazer vor hellgrauem Hintergrund

Etappe drei

Die Auswahl gehört nicht ins Studio

Fiedler rät ihren Kundinnen und Kunden ausdrücklich davon ab, sich vor Ort zu entscheiden, und schickt stattdessen eine Onlinegalerie nach Hause. Buchmann gibt alle Aufnahmen per Link mit. Bei den Läden ohne Termin läuft es umgekehrt. Bei Foto Flash suchst du dein Motiv direkt an der Theke aus einer Auswahl von fünf bis sieben Aufnahmen aus. Wer sich auf Fotos schwer gefällt, trifft diese Entscheidung im ungünstigsten Moment.

Blick von oben auf einen Holztisch, zwei Hände halten ein Tablet mit einem Raster
            unscharfer Porträtvorschauen, daneben eine Tasse Tee und ein Schlüsselbund

Etappe vier

Bis die Datei da ist, vergeht noch ein Tag

Das Studio in Charlottenburg liefert die bearbeiteten Bilder nach eigener Angabe „innerhalb von 48 Stunden“ digital. Bei den Läden ohne Termin bekommst du sofort etwas in die Hand, allerdings nicht unbedingt das, was du brauchst. Wenn deine Bewerbung heute Abend raus muss, entscheidet diese Etappe über alles andere.

Fertiges Bewerbungsfoto: Mann im dunklen Sakko mit weißem Hemd vor hellgrauem
            Hintergrund, eng beschnitten wie im Lebenslauf

Die fünf Bilder dieser Seite sind erzeugt und zeigen keine realen Personen. Sie stehen für die vier Etappen, nicht für einen bestimmten Anbieter.

Drei Wege und was sie in Berlin verlangen

Die zehn Betriebe der ersten Seite lassen sich auf drei Modelle zurückführen. Sie unterscheiden sich im Preis. Vor allem unterscheiden sie sich darin, was sie von deinem Tag verlangen.

Ohne Termin, ab 29,90 Euro

Foto Flash betreibt zwei Läden, einen in Neukölln und einen im Wedding. Beide fotografieren ohne Termin. Der Einstieg kostet 29,90 Euro. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Preisliste. Für diesen Betrag bekommst du entweder einen Viererabzug oder eine digitale Datei, nicht beides. Das jeweils andere kostet 7,00 Euro zusätzlich. Das Premiumpaket für 49,90 Euro enthält zwei Motive als Datei und als Abzug sowie bis zu zwei Outfitwechsel, jedes weitere Motiv schlägt mit 20,00 Euro zu Buche. Wichtig sind die Öffnungszeiten. Neukölln schließt werktags um 18 Uhr, der Wedding erst um 20 Uhr. Wer bis 17 Uhr arbeitet, hat damit in der Praxis nur einen der beiden Läden zur Auswahl.

Termin beim Fotografen, um 160 Euro

Christine Fiedler nennt 160 Euro und arbeitet seit 2009 im selben Studio, ausschließlich mit Tageslicht. Michel Buchmann vergibt Termine montags bis freitags zwischen 9 und 20 Uhr über eine Onlinebuchung und nennt auf der geprüften Seite keinen Preis. Beide verkaufen dasselbe: Anleitung, Zeit und ein Ergebnis, über das du in Ruhe entscheiden darfst. Das ist der teuerste und für viele der beste Weg. Er kostet dich allerdings einen Termin und eine Anfahrt.

Kette im Einkaufszentrum, ab 169,99 Euro

PicturePeople sitzt in der Mall of Berlin am Leipziger Platz und veröffentlicht Pakete von 169,99 bis 439,99 Euro. studioline liegt im Ring-Center an der Frankfurter Allee und nennt im Seitentext keine Preise. In den dort eingebundenen Kundenrezensionen ist von 25 Euro je zusätzlichem Foto die Rede. Das ist eine Kundenaussage und keine Angabe des Anbieters, weshalb sie hier als das steht, was sie ist. Der Vorteil dieser Häuser sind die langen Öffnungszeiten an gut erreichbaren Orten. Bezahlt wird dieser Vorteil über die Paketlogik.

Von den zehn Betrieben der ersten Seite veröffentlichen drei einen konkreten Preis. Bei den anderen sieben steht keine einzige Zahl.

Wann sich die Fahrt trotzdem lohnt

Es gibt gute Gründe, quer durch Berlin zu fahren. Mit dem Preis haben sie wenig zu tun. Eine Frau schildert auf Reddit, dass sie nach einer bezahlten Sitzung mit keinem einzigen Bild etwas anfangen konnte. Die meistbeachtete Antwort darauf lautet, sie habe womöglich Pech mit dem Fotografen gehabt. Genau das ist die Wette, die du mit einem Termin eingehst.

  • Fahr hin, wenn du nicht weißt, wie du wirkst.Eine Stunde Anleitung von jemandem, der den ganzen Tag Gesichter fotografiert, ist der eigentliche Gegenwert des Termins.
  • Fahr hin, wenn du auch ein Bild für die Firmenseite brauchst.Sobald das Porträt gewerblich genutzt wird, ist das Nutzungsrecht ein Thema, das sich vor Ort klären lässt.
  • Ruf vorher an, wenn du heute etwas brauchst.Nur die Läden ohne Termin geben dir am selben Tag ein Ergebnis. Bei allen anderen liegt zwischen Auslöser und Datei mindestens eine Nacht.
  • Rechne nach, wenn du mehr als ein Bild brauchst.Drei Dateien kosten bei Foto Flash 69,90 Euro und bei einem Fotografen mit Terminvergabe deutlich mehr. Der Einstiegspreis sagt darüber nichts.

Aus Spandau genauso weit wie aus Mitte

Du lädst ein paar normale Handyfotos hoch und bekommst wenige Minuten später Porträts zurück, die im Lebenslauf und auf deinem beruflichen Profil bestehen. Kein Hinweg quer durch die Stadt, keine Öffnungszeit, die zu deinem Arbeitstag passen muss, keine Entscheidung an einer Theke. Wenn dir die Anleitung vor Ort wichtiger ist, steht ein Stück weiter oben genauso deutlich, wann du dafür losfahren solltest.

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Häufige Fragen zum Bewerbungsfoto in Berlin

Was kostet ein Bewerbungsfoto in Berlin?

Die drei Anbieter der ersten Seite mit veröffentlichter Preisliste spannen einen weiten Bogen. Foto Flash beginnt bei 29,90 Euro ohne Termin, Christine Fiedler nennt 160 Euro für einen Termin im Studio. PicturePeople in der Mall of Berlin startet bei 169,99 Euro. Sieben der zehn Betriebe nennen auf ihrer Seite gar keinen Preis. Stand der Prüfung ist der 28. August 2026.

Gibt es in Berlin ein Bewerbungsfoto ohne Termin?

Ja. Foto Flash nimmt in beiden Filialen ohne Termin auf, in Neukölln von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr, im Wedding werktags von 9 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr. Rechne damit, dass du dein Motiv direkt vor Ort auswählst und nicht in Ruhe zu Hause.

In welchem Bezirk finde ich ein Fotostudio für Bewerbungsfotos?

Auf der ersten Suchseite tauchen Adressen in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln auf. Pankow, Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Spandau kommen dort nicht vor. Das heißt nicht, dass es in diesen Bezirken keine Fotografen gibt. Es heißt nur, dass die Suche sie dir nicht zeigt. Eine Suche nach dem Bezirksnamen statt nach der Stadt bringt dort oft mehr.

Wie lange dauert es, bis ich die Datei habe?

Nur zwei der geprüften Seiten beziffern das überhaupt. Das Studio in Charlottenburg nennt 48 Stunden für die digitale Lieferung, die Läden ohne Termin geben dir das Ergebnis sofort mit. Bei den übrigen Anbietern steht dazu nichts auf der Seite, also frag beim Buchen danach, wenn deine Bewerbung eine Frist hat.

Reicht ein Bewerbungsfoto vom Automaten oder aus der Drogerie?

Für den Personalausweis ja, für die Bewerbung eher nicht. Ein Passbild ist auf biometrische Vorgaben ausgelegt, also neutraler Blick, harte Ausleuchtung und enger Schnitt. Ein Bewerbungsfoto darf freundlich wirken und etwas weiter geschnitten sein. Wer den Unterschied genauer sehen will, findet ihn in unserem Vergleich zum Passbild bei Rossmann.

Quellen

  • fotoflash.de, Bewerbungsfotos: Standard 29,90 €, Premium 49,90 €, weiteres Motiv 20,00 €, Datei oder Abzug je 7,00 € zusätzlich; Öffnungszeiten Neukölln und Wedding (gelesen am 28.08.2026).
  • professionellebewerbungsbilder.de, Christine Fiedler, Berlin-Friedrichshain: 160 €, Shooting 1 bis 1,5 Stunden, Auswahl über eine Onlinegalerie (gelesen am 28.08.2026).
  • michelbuchmann.de, Bewerbungsbilder Berlin: Termine Mo bis Fr von 9 bis 20 Uhr, 40 bis 80 Aufnahmen je nach Paket, Studio in den Grünberger Höfen (gelesen am 28.08.2026).
  • fotos-berlin.net, Bewerbungsfotos Berlin-Charlottenburg: Lieferung der bearbeiteten Bilder innerhalb von 48 Stunden, keine Preisangabe (gelesen am 28.08.2026).
  • picturepeople.de, Fotostudio Mall of Berlin: Bilderpakete von 169,99 bis 439,99 € (gelesen am 28.08.2026).
  • studioline.de, Fotostudio Berlin Ring-Center: keine Preisliste im Seitentext, 25 € je zusätzlichem Foto laut eingebundener Kundenrezension (gelesen am 28.08.2026).
  • kopfundkragen.eu, farbtonwerk.de, studio-monbijou.de und fotostudio-ludwig.de: Adressen geprüft, keine Preisangabe auf der jeweiligen Seite (gelesen am 28.08.2026).
  • Einwohnerzahlen der zwölf Bezirke zum 31.12.2025 nach dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, zusammengestellt im Artikel „Verwaltungsgliederung Berlins“ (gelesen am 28.08.2026).
  • reddit.com, r/Studium und r/Ratschlag: die zitierten Nutzerbeiträge zu Kosten und Erfahrungen mit Bewerbungsfotos (gelesen am 28.08.2026).
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