Versetzung, Beförderung, Wechsel im eigenen Haus · Stand 3. November 2026

Interne Bewerbung: Brauchst du ein Foto?

Die Personalabteilung kennt deine Akte. Die neue Abteilung kennt dich vielleicht nur vom Flur. Ob ein Foto in die interne Bewerbung gehört, sagt keiner der vier Leitfäden, die wir dazu gelesen haben.

Pflicht?
Nein. Das Foto ist seit dem AGG von 2006 freiwillig, intern wie extern.
Sinnvoll?
Ja, wenn die neue Abteilung oder der neue Standort dich nicht kennt.
Welches?
Ein aktuelles Porträt. Nicht das Bild vom Mitarbeiterausweis.
Schreibtisch mit Mitarbeiterausweis an petrolfarbenem Band, darauf ein altes, blasses Ausweisfoto eines Mannes, daneben ein ausgedruckter Lebenslauf mit einem aktuellen, freundlichen Porträt eines Mannes im dunkelblauen Sakko
Links das Foto vom Firmenausweis, rechts das Porträt für die neue Stelle. Erzeugtes Beispielbild.

Vier Leitfäden zur internen Bewerbung, kein Satz zum Foto

Am 3. November 2026 haben wir vier Ratgeber gelesen, die speziell die interne Bewerbung erklären. Alle zählen auf, was in die Unterlagen gehört. Keiner sagt etwas dazu, ob ein Foto dazugehört.

Was vier Leitfäden zur internen Bewerbung als Unterlagen nennen und was sie zum Foto sagen
LeitfadenWas laut Text in die interne Bewerbung gehörtZum Foto
StepStoneAktualisiert 3. September 2025Anschreiben und Lebenslauf: „Auch bei einer internen Bewerbung brauchst du einen Lebenslauf.“ Dazu der Hinweis auf dein Recht auf ein Zwischenzeugnis.kein Wort
medi-karriereAktualisiert 19. Juni 2026„ein Anschreiben, einen Lebenslauf und gegebenenfalls relevante Zeugnisse und Nachweise“, dazu Beurteilungen, Weiterbildungen und Referenzen von Vorgesetzten.kein Wort
EnhancvAktualisiert 2. Oktober 2026„ein individuell angepasster Lebenslauf und ein aussagekräftiges Motivationsschreiben“.kein Wort
leinetal24Stand 7. März 2024„Lebenslauf (aktuell)“ und „Bewerbungs- oder Motivationsschreiben“.kein Wort
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Eine Erklärung liegt nahe: Ein Foto ist nie Pflicht, auch nicht im eigenen Haus. Der Career Service der Leuphana Universität schreibt, seit dem AGG bestehe „keine Verpflichtung mehr, den Bewerbungsunterlagen ein Bewerbungsfoto beizufügen“. Die Entscheidung liegt also bei dir. Die folgenden Abschnitte helfen dabei.

Wer deine Unterlagen diesmal liest

Bei einer internen Bewerbung liegen deine Unterlagen nicht nur bei einer Person. Ob dich die Leser kennen, ist der eigentliche Maßstab für das Foto.

  1. Station 1

    Personalabteilung

    Sie kennt deinen Vertrag und oft auch deine Akte. Ein Foto braucht sie nicht, um dich zuzuordnen. Sie prüft, ob du die Anforderungen der Ausschreibung erfüllst.

  2. Station 2

    Führungskraft der neuen Stelle

    Sie entscheidet mit und kennt dich vielleicht gar nicht, besonders bei einem anderen Standort oder Bereich. Für sie ist das Foto der erste Eindruck, den sonst ein Gespräch in der Kantine liefern würde.

  3. Station 3

    Betriebsrat oder Personalrat

    In Betrieben mit Betriebsrat ist er bei jeder Versetzung beteiligt und bekommt deine Unterlagen zu sehen.

    § 99 BetrVG: Der Arbeitgeber hat dem Betriebsrat vor jeder Versetzung „die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorzulegen“, ab mehr als zwanzig wahlberechtigten Beschäftigten.

Und die Personalakte? Die neue Abteilung sieht sie nicht automatisch. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf in Berlin bittet um eine freiwillige Einverständniserklärung zur Einsicht und schreibt, eine Verweigerung führe „nicht zu dem Ausschluss der Bewerbung“. Was die Auswahlrunde von dir sieht, ist meist das, was du selbst einreichst.

Warum das Ausweisfoto nicht reicht

Naheliegend ist, einfach das Bild vom Mitarbeiterausweis oder aus dem Intranet zu nehmen. Es hat aber einen anderen Zweck. Es soll dich am Drehkreuz erkennbar machen, nicht für dich werben.

Ausweisfoto einer Frau um 38 mit dunklen schulterlangen Haaren im grauen Strickpullover, frontaler Blitz, ernster Blick, hellgraue Wand
AusweisfotoAm Empfang, mit Blitz, vor Jahren. Erzeugtes Beispielbild.
  • LichtFrontalblitz gegen weiches Licht von der Seite
  • Ausdruckneutral gegen zugewandt
  • Alteroft Jahre alt gegen aktuell
  • Zweckerkennen gegen überzeugen
Dieselbe Frau als Bewerbungsporträt, offene dunkle Haare, camelfarbener Blazer über cremefarbenem Shirt, ruhiges Lächeln vor warmem beigem Hintergrund
BewerbungsporträtDieselbe Person, aktuelles Porträt. Erzeugtes Beispielbild.

Die Leuphana rät aus demselben Grund: „Biometrische Passbilder (für Ausweise) eignen sich nicht für die Bewerbungsunterlagen.“ Gefragt ist ein aktuelles Foto mit „zugewandtem und freundlichem Ausdruck“.

Drei Lagen, drei Antworten

Welche Lage auf dich zutrifft, liest du an zwei Stellen ab: an der internen Ausschreibung und daran, ob dich die neue Abteilung kennt.

Die Ausschreibung bittet um Unterlagen ohne Fotohäufig im öffentlichen Dienst

Kein Foto. Halte dich an die Ausschreibung, auch wenn du die Leute kennst. Manche Behörden schreiben das ausdrücklich in ihr Stellenportal.

„Auf die Vorlage von Bewerbungsfotos verzichten wir ausdrücklich und bitten daher, hiervon abzusehen.“ Finanzamt Plön, gleichlautend Finanzamt Lübeck

Die Ausschreibung schweigt, und die neue Abteilung kennt dich nichtanderer Standort, anderer Bereich, Konzernwechsel

Aktuelles Porträt oben im Lebenslauf. Hier wirkt das Foto wie bei einer externen Bewerbung. Es gibt der Führungskraft ein Gesicht zum Namen, bevor ihr euch im Gespräch seht.

Die Ausschreibung schweigt, und das Team kennt dich gutBeförderung im eigenen Team

Freiwillig, aber nicht beliebig. Ein Foto ist hier kein Muss. Wenn du eins setzt, dann ein aktuelles, das zur neuen Rolle passt. Wer Teamleitung werden will, zeigt sich nicht im Urlaubsfoto vom Sommerfest.

Vier interne Wechsel, vier Fotos

Kleide dich für das Foto so, wie du in der neuen Rolle auftreten würdest, eine Spur gepflegter als heute. Das zeigt der neuen Führungskraft, dass du dir den Schritt schon vorstellst.

Mann um 34 mit kurzem dunkelblondem Haar und gepflegtem Bart, weißes Hemd mit offenem Kragen unter dunkelblauem Sakko, freundliches Lächeln vor warmgrauem Hintergrund
Erzeugtes Beispielbild

Vom Team in die Teamleitung

Die Kollegen kennen dich, die Bereichsleitung vielleicht nicht. Sakko ohne Krawatte zeigt, dass du führen willst, ohne dich vom Team abzusetzen.

Sakko, offener Kragen
Frau um 27 mit schwarzen Haaren im tiefen Knoten, taubenblaue schlichte Bluse, offenes Lächeln vor gebrochen weißem Hintergrund
Erzeugtes Beispielbild

Aus Lager oder Produktion ins Büro

Ein Anzug wäre hier zu viel. Eine schlichte Bluse oder ein Hemd zeigt den Wechsel deutlich genug.

Bluse oder Hemd, Haare zurück
Mann um 45 mit kurzen grau-schwarzen Locken, hellblaues Hemd und grauer Strickcardigan, warmes Lächeln vor hellem petrolgrauem Hintergrund
Erzeugtes Beispielbild

In eine Rolle mit Kundenkontakt

Wer künftig Kunden berät, wird nach Ausstrahlung ausgewählt. Hier darf das Lächeln offen sein und die Kleidung weich.

Hemd mit Strick, offenes Lächeln
Frau um 52 mit kurzem silberblondem Haar und dunkler Brille, anthrazitfarbener Blazer über weißem Shirt, ruhiges Lächeln vor blaugrauem Hintergrund
Erzeugtes Beispielbild

An einen anderen Standort oder in die Zentrale

Dort kennt dich niemand. Das Foto übernimmt die Vorstellung, die dir sonst die Kollegen abnehmen würden.

Blazer, ruhiger Hintergrund

Kein Termin beim Fotografen vor der Frist?

Lade ein Selfie hoch, Profilfoto KI macht daraus ein aktuelles Porträt für den Lebenslauf. Das erste Foto ist kostenlos mit Wasserzeichen, zwei Fotos ohne Wasserzeichen kosten 4,99 Euro.

Transparenz: Diese Seite gehört zu Profilfoto KI. Die Leitfäden und Behördenseiten oben sind verlinkt und wörtlich zitiert.

Häufige Fragen

Muss bei einer internen Bewerbung ein Foto dabei sein?

Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz von 2006 ist das Bewerbungsfoto in Deutschland freiwillig, das gilt auch für den Wechsel im eigenen Unternehmen. Verlangt die interne Ausschreibung ausdrücklich Unterlagen ohne Foto, wie es etwa die Finanzämter Plön und Lübeck tun, lässt du es weg.

Kann ich einfach das Foto vom Mitarbeiterausweis nehmen?

Besser nicht. Ausweisfotos entstehen meist schnell am Empfang, mit flachem Blitz und ernstem Blick, und sind oft mehrere Jahre alt. Der Career Service der Leuphana Universität rät auch von biometrischen Passbildern in Bewerbungen ab. Für die interne Bewerbung taugt ein aktuelles Porträt mit freundlichem Ausdruck.

Wer sieht meine interne Bewerbung?

Neben der Personalabteilung meist die Führungskraft der neuen Stelle. In Betrieben mit Betriebsrat und mehr als zwanzig wahlberechtigten Beschäftigten muss der Arbeitgeber dem Betriebsrat vor jeder Versetzung die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorlegen, so steht es in § 99 Betriebsverfassungsgesetz.

Liegt mein Foto nicht ohnehin schon in der Personalakte?

Vielleicht, aber die neue Abteilung sieht die Personalakte nicht automatisch. Im öffentlichen Dienst wird die Einsicht oft per Einverständniserklärung geregelt, beim Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist sie freiwillig. Was die Auswahlrunde von dir sieht, ist in der Regel das, was du einreichst.

Wann lohnt sich ein neues Foto für die interne Bewerbung?

Wenn die neue Abteilung dich nicht persönlich kennt, wenn du an einen anderen Standort wechselst oder wenn die Stelle Kundenkontakt oder Führung bedeutet. Dann ersetzt das Foto den Eindruck, den Kollegen sonst auf dem Flur gewinnen würden.

Was ziehe ich für das Foto zur internen Bewerbung an?

Das, was du in der neuen Rolle tragen würdest, eine Spur gepflegter. Wer Teamleiter werden will, darf ein Sakko tragen, auch wenn er heute im Polo kommt. Wer aus dem Lager ins Büro wechselt, braucht keinen Anzug, eine schlichte Bluse oder ein Hemd reicht.

Quellen

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