Passbild-Regeln gegen Bewerbung gelesen · Stand 1. November 2026

Passbild als Bewerbungsfoto: Es geht, aber es zeigt das Falsche

Ein Passbild ist für die Gesichtserkennung am Ausweis gemacht. Die Regeln verlangen einen neutralen Blick, einen geschlossenen Mund und ein Gesicht, das fast das ganze Bild füllt. In einer Bewerbung schaut aber ein Mensch hin, und der möchte wissen, wie du auf andere wirkst.

Auf grauem Leinen liegt links ein Streifen mit vier kleinen Passbildern eines Mannes mit ernstem Blick, daneben Schere und Holzlineal, rechts ein doppelt so großes Porträt desselben Mannes lächelnd im hellblauen Hemd
Derselbe Mann zweimal: links nach Passbild-Regeln, rechts als Bewerbungsfoto. Erzeugtes Beispielbild.
Erlaubt?
Ja. Für Bewerbungsfotos gibt es keine Vorschrift. Ob du überhaupt ein Foto beilegst, entscheidest du selbst.
Was fehlt?
Ein Lächeln, die Schultern und etwas Raum um den Kopf. Genau das verbieten die Passbild-Regeln.
Seit Mai 2025
Neue Passbilder gehen per Code an die Behörde. Eine Datei für den Lebenslauf bekommst du dabei oft nicht.

Drei Rahmen am Lineal

Das Merkblatt der Deutschen Botschaft in Santo Domingo fasst die Regeln für deutsche Pässe zusammen: 35 mm breit, 45 mm hoch, das Gesicht von der Kinnspitze bis zum Scheitel 32 bis 36 mm. Das sind 70 bis 80 Prozent der Bildhöhe. Wer ein solches Bild für die Bewerbung einfach größer druckt, bekommt nur einen größeren Kopf.

Passbild-Ausschnitt: Gesicht füllt fast das ganze Bild
Passbild, 35 × 45 mmGesicht 32 bis 36 mm, also 70 bis 80 % der Höhe
Dasselbe Passbild vergrößert, der Ausschnitt bleibt gleich
Dasselbe Bild, 45 × 58 mmGesicht wächst mit auf 41 bis 46 mm. Schultern kommen nicht dazu.
Bewerbungsfoto mit Kopf, Schultern und Blazer
Bewerbungsfoto, 45 × 60 mmMaß laut Leuphana, „hochkant oder quer“. Kopf und Schultern.

Gesichtshöhe nach Passbild-RegelSkala oben: 1 mm, lange Striche alle 10 mm. Auf dem Bildschirm weicht die Größe je nach Gerät ab.

Sechs Passbild-Regeln, gelesen mit den Augen einer Personalerin

Jede Zeile beginnt mit dem, was das Merkblatt für Ausweisfotos verlangt, wörtlich zitiert, wo es Anführungszeichen trägt. Danach folgt, was diese Regel in einem Lebenslauf bewirkt und was Karriere-Ratgeber stattdessen empfehlen. In einer Zeile sind sich beide Seiten einig.

Ausdruck

Regel fürs Passbild

„mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund“

Was es im Lebenslauf bewirkt

Im Lebenslauf liest sich das als verschlossen. Der Career Service der Leuphana Universität nennt den neutralen Ausdruck „wenig aussagekräftig“.

Was die Bewerbung braucht

Zugewandt und freundlich. StepStone rät zu einem „offenen, sympathischen Lächeln“.

Ausschnitt

Regel fürs Passbild

Das Gesicht soll „zwischen 70-80 % des Fotos einnehmen“, also 32 bis 36 mm.

Was es im Lebenslauf bewirkt

Der Kopf füllt fast das ganze Bild. Schultern, Kleidung und Haltung bleiben außen vor.

Was die Bewerbung braucht

Kopf und Schultern, etwas Luft über dem Scheitel.

Haltung

Regel fürs Passbild

„Frontalaufnahme“, beide Gesichtshälften deutlich sichtbar

Was es im Lebenslauf bewirkt

Gerade für die Gesichtserkennung gemacht. Für einen Menschen am Schreibtisch wirkt es starr.

Was die Bewerbung braucht

Eine leichte Drehung der Schultern, das Gesicht zur Kamera.

Format

Regel fürs Passbild

„Breite von 35 mm und eine Höhe von 45 mm“, nur im Hochformat

Was es im Lebenslauf bewirkt

Im Kopf eines Lebenslaufs bleibt das Bild klein neben Name und Kontaktdaten.

Was die Bewerbung braucht

4,5 × 6 cm, laut Leuphana „hochkant oder quer“.

Alter des Bildes

Regel fürs Passbild

Das Foto bleibt so lange im Ausweis, wie das Dokument gilt.

Was es im Lebenslauf bewirkt

Ein Passbild aus dem Ausweis kann viele Jahre alt sein.

Was die Bewerbung braucht

StepStone: „nicht älter als ein Jahr“.

Hintergrund

Regel fürs Passbild

„einfarbig hell (idealerweise ein neutrales grau)“

Was es im Lebenslauf bewirkt

Hier gibt es keinen Konflikt. Ein ruhiger, heller Grund passt auch in die Bewerbung.

Was die Bewerbung braucht

Darf bleiben. StepStone nennt ebenfalls einen neutralen Hintergrund.

Seit Mai 2025 liegt das Passbild nicht mehr bei dir

Früher bekam man beim Passbild einen Streifen mit vier Abzügen und hatte zwei übrig. Für Personalausweis und Reisepass gilt seit dem 1. Mai 2025 ein anderer Weg. Die Stadt München beschreibt ihn so: Das Foto entsteht bei einem zertifizierten Fotodienstleister oder am Terminal im Bürgerbüro, und „gedruckte Passfotos werden nicht mehr angenommen“.

  1. FotodienstleisterDas Bild wird digital aufgenommen und geprüft.
  2. Verschlüsselte CloudDas Bild wird verschlüsselt hochgeladen. Du bekommst einen DataMatrix-Code.
  3. AusweisbehördeAm Termin liest die Behörde den Code und holt das Bild ab.
  4. Deine BewerbungKein Abzweig. Eine Datei oder Abzüge gibt es nur, wenn du sie zusätzlich bestellst.

„niemand kann mir das Passfoto per Mail oder Download zur Verfügung stellen“

Beitrag in r/arbeitsleben, Dezember 2025. Der Arbeitgeber wollte für den Firmenausweis ein Passfoto als JPEG-Datei.

„Man kann die Bilder nicht herunterladen, um die sichere Übertragung zu gewährleisten.“

Antwort im selben Thread. Die Stadt München schreibt, das Bild werde „ausschließlich digital für Ihr Dokument verwendet“.

Wer also sowieso einen neuen Ausweis braucht und das Foto gleich für die Bewerbung nutzen möchte, sollte vor dem Termin fragen, ob Abzüge oder eine Bilddatei dabei sind. Selbstverständlich ist das nicht mehr.

Wann das Passbild-Format richtig ist

Es gibt Bewerbungen, die ausdrücklich ein Passbild wollen. Dann zählt das Maß von 35 × 45 mm. Den Behördenblick verlangt dort niemand.

Bögen mit Klebefeld

Manche Träger schreiben es direkt aufs Papier. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt druckt in ihren Bogen für den Bundesfreiwilligendienst: „Hier bitte ein Passbild einkleben!“ Wie andere Träger das handhaben, steht im Ratgeber zum Bewerbungsfoto fürs FSJ.

Werks- und Firmenausweise

Nach der Zusage fragen manche Arbeitgeber nach einem Foto für den Ausweis. Im Thread aus r/arbeitsleben lautete die Vorgabe „digitales biometrisches Passfoto im Format .jpeg (max. 4 MB)“. Das ist ein Ausweisfoto, keine Bewerbung, und darf dann auch neutral sein.

Karten an Hochschulen

Für Studierendenausweise gelten oft eigene Pixelmaße. Was Hochschulen verlangen, zeigt der Ratgeber zum Bewerbungsfoto fürs Studium.

Vom Passbild zum Bewerbungsfoto in vier Schritten

Dieselbe Person, viermal fotografiert. Jeder Schritt ändert genau eine Sache. Die Bilder sind erzeugte Beispiele, keine Kundin.

Frau Mitte dreißig mit dunkelblonden, hinter die Ohren gelegten Haaren, frontal, neutraler Blick, geschlossener Mund, enger Ausschnitt vor hellgrauem Grund

Das Passbild

So sieht das Bild nach den Regeln aus dem Merkblatt aus: frontal, Mund zu, das Gesicht füllt das Format. Für den Ausweis ist das richtig.

Dieselbe Frau mit demselben neutralen Blick, jetzt mit sichtbaren Schultern und mehr hellgrauem Raum um den Kopf

Mehr Raum

Gleicher Blick, aber die Kamera steht weiter weg. Schultern und Oberteil kommen ins Bild. Schon das wirkt weniger wie ein Dokument.

Dieselbe Frau im gleichen Ausschnitt, jetzt mit offenem, natürlichem Lächeln vor hellgrauem Grund

Ein Lächeln

Die eine Änderung, die das Merkblatt verbietet und die Bewerbung braucht. Die Augen lächeln mit, die Zähne dürfen zu sehen sein.

Dieselbe Frau lächelnd mit leicht gedrehten Schultern, hellgrauer Blazer über dunkelblauem Oberteil, warmer cremefarbener Hintergrund

Etwas Drehung

Die Schultern leicht schräg, das Gesicht zur Kamera, dazu ein Blazer und warmes Licht. Jetzt ist es ein Bewerbungsfoto.

Erzeugte Beispielbilder derselben Person, Schritt 2 bis 4 aus Bild 1 abgeleitet.

Nur ein Passbild zur Hand?

Lade ein Selfie hoch, Profilfoto KI macht daraus ein Porträt mit Schultern, freundlichem Ausdruck und ruhigem Hintergrund. Das erste Foto ist kostenlos mit Wasserzeichen, zwei Fotos ohne Wasserzeichen kosten 4,99 Euro. Du bekommst eine PNG-Datei für den Lebenslauf, die du auch auf 35 × 45 mm zuschneiden kannst, wenn ein Bogen ein Passbild verlangt.

Transparenz: Diese Seite gehört zu Profilfoto KI. Für Personalausweis und Reisepass taugen unsere Bilder nicht, dafür brauchst du einen zertifizierten Fotodienstleister.

Häufige Fragen

Kann man ein Passbild als Bewerbungsfoto nehmen?

Erlaubt ist es, eine Vorschrift für Bewerbungsfotos gibt es nicht. Es wirkt aber selten gut: Die Passbild-Regeln verlangen einen neutralen Ausdruck mit geschlossenem Mund und ein Gesicht, das 70 bis 80 Prozent des Bildes füllt. Karriere-Ratgeber wie StepStone und der Career Service der Leuphana Universität raten deshalb davon ab.

Sind Bewerbungsbilder und Passbilder gleich?

Nein. Ein Passbild misst 35 × 45 mm und folgt festen Regeln für Ausweise. Ein Bewerbungsfoto hat keine Norm. Üblich sind etwa 4,5 × 6 cm, hoch oder quer, mit freundlichem Ausdruck und einem Ausschnitt, der Kopf und Schultern zeigt. Nur beim Hintergrund decken sich beide: hell und ruhig.

Kann ich ein Passbild einfach größer drucken?

Ja, aber der Ausschnitt bleibt gleich. Vergrößerst du ein Passbild auf 45 mm Breite, wird es rund 58 mm hoch und das Gesicht wächst mit auf 41 bis 46 mm. Es füllt also weiter fast das ganze Bild, Schultern kommen nicht dazu.

Bekomme ich beim digitalen Passbild eine Datei für meine Bewerbung?

Oft nicht. Seit dem 1. Mai 2025 nehmen die Ausweisbehörden nur noch digitale Passbilder an. Der Fotodienstleister schickt das Bild verschlüsselt an die Behörde, du bekommst einen Code. Die Stadt München schreibt, das Bild werde „ausschließlich digital für Ihr Dokument verwendet“. Frag vor dem Termin, ob es zusätzlich Abzüge oder eine Datei gibt.

Der Bewerbungsbogen verlangt ein Passbild. Darf ich darauf lächeln?

Ein Feld auf einem Bewerbungsbogen ist kein Ausweisantrag. Gemeint ist das Maß von 35 × 45 mm, damit das Bild in das Feld passt. Ein freundliches Porträt in dieser Größe ist dort die bessere Wahl als ein Bild mit Behördenblick.

Wie alt darf das Foto für eine Bewerbung sein?

StepStone empfiehlt, dass dein Bewerbungsfoto nicht älter als ein Jahr ist. Ein Passbild aus dem Ausweis kann dagegen viele Jahre alt sein, weil es so lange gilt wie das Dokument.

Quellen

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